Entsprechend des in vitro-Nachweises der richtigen in vivo-Startstellen der Viroidreplikation durch die wirtseigene PolymeraseII auf der +-strängigen PSTVd-RNA (Fels, 1997) sollten in der vorliegenden Arbeit die folgenden Voraussetzungen von der Viroid-cDNA-Matrize für die in vitro-Transkriptionsexperimente erfüllt werden:
Die Konstruktion der PCR-Primer, die den beschrieben Ansprüchen genügen und
für die Amplifikation der cDNA eingesetzt wurden, ist in
Abschnitt 4.1 erläutert worden. Die Linearisierung des
Plasmids
pSG111 durch ScaI ergibt ein glattes Ende hinter der inserierten cDNA,
während bei der Restriktion des pSG325 mit SacII ein überhängendes 3'-Ende
entsteht. Bei der Analyse der pSG325-Transkripte mußte dann allerdings
festgestellt werden, daß unerwartete Überlängentranskripte entstanden, die
die Auswertung der erhaltenen Strukturverteilungen erschwerten (vgl.
Abb. 4.5 und 4.7). Entsprechende Phänomene, die
auf die Beschaffenheit der Matrizenenden zurückzuführen sind, wurden
kürzlich in der Literatur beschrieben (Rong et al., 1998): Die T7-RNA-Polymerase baut an
überhängenden 3'-Enden die freien Nukleotide in das nascierende Transkript
mit ein und wechselt dabei von dem Matrizenstrang auf den kodierenden
(oberen) Strang, welcher weiter transkribiert wird. Um exakte
Vollängentranskripte zu erhalten, sollte demnach bei der Konstruktion von
cDNA-Matrizen für in vitro-Transkriptionsanalysen darauf geachtet werden,
daß glatte oder überhängende 5'-Enden entstehen, mit denen, wie in der
Literatur beschrieben und bei der Transkription von pSG111 auch beobachtet,
keine Überlängentranskripte synthetisiert werden. Eine weitere Möglichkeit
zur Vermeidung dieser ungewöhnlichen Transkripte könnte in der Behandlung
der restringierten cDNA-Matrize mit einer 3'
5'-Exonuklease bestehen.
Allerdings ergibt sich dabei auch immer die Gefahr, daß nicht nur die
überzähligen Nukleotide am 3'-Ende hydrolysiert werden, wodurch zu kurze
cDNA-Matrizen entstehen könnten. Außerdem müßten die cDNA-Matrizen vor
jeder in vitro-Transkription dieser Behandlung unterzogen werden.