Nach dem für das PSTVd aufgestellten Replikationsmodell (vgl. Abschnitt 1.3) wird die definitionsgemäß als +-strängig bezeichnete Stäbchenstruktur im ersten Schritt beginnend mit den gefundenen Startstellen A111 und A325 durch die wirtseigene PolymeraseII in multimere --strängige RNA-Moleküle übersetzt. Bei der Transkription können suboptimale, metastabile Strukturelemente durch sequentielle Faltung gebildet werden. Von diesen wird der möglicherweise entstehende HPII als entscheidendes Strukturelement für die Transkription der --strängigen Multimeren in +-Strang-RNA von mehr als Einheitslänge diskutiert (vgl. Abschnitt 1.4). In diesem Zusammenhang ist von großem Interesse, ob und in welcher Konzentration HPII-enthaltende Strukturen von den --strängigen RNAs mit den richtigen in vivo 5'-Nukleotiden bei der Transkription gebildet werden. Der Nachweis von HPII-Strukturelementen ist mit der Methode des ,,oligonucleotid-mapping`` möglich und wurde von Schröder (1998) etabliert und erfolgreich eingesetzt.