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Abbildung:
TGGE-Analyse der
--Strang-Transkripte mit dem 5'-Nukleotid U111 in
Abhängigkeit von der Transkriptionsdauer. Die Inkubationszeiten sind
jeweils rechts neben den TGGEs angegeben. Als Längenstandard
wurde mit HinfI restringiertes pBR322 verwendet. Die Autoradiographien
wurden nach den folgenden Expositionszeiten (v.o.n.u.) erhalten: 2 h,
4d, 6d. Die Strukturverteilung ist im Text erklärt.
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Abbildung 4.6 zeigt die Strukturverteilungen, die in Abhängigkeit
von der Transkriptionsdauer bei 25
oC erhalten wurden. Auf den
Autoradiographien sind nach den verschiedenen Inkubationszeiträumen (1h, 2min,
30s) keine gravierenden Unterschiede in der Strukturverteilung zu
erkennen. Die in allen Fällen nachweisbaren Banden sind mit ,,O``, ,,P``,
,,Q`` und ,,S`` markiert.
- ,,S``:
- Die Struktur, die in dieser Bande migriert, zeichnet
sich durch hohe Gelmobilität aus und dominiert unter den
Strukturen dieser Gele. Aufgrund der geringen Retardation und der
hohen Konzentration kann dieser Bande die thermodynamisch stabilste
Stäbchenstruktur zugeordnet werden. Diese Struktur weist in ihrem
Denaturierungsprofil bei ungefähr 30
oC und dann wieder bei
ungefähr 40
oC zwei charakteristische, reversible Übergänge
auf, bis sie dann oberhalb von 40
oC als vollständig denaturierter
Einzelstrang migriert. Dieses Retardationsverhalten der
Stäbchenstruktur wurde schon von Hecker (1989) beschrieben und ist
mit dem Aufschmelzen der rechten und linken Hälfte des Stäbchens
bei unterschiedlichen Temperaturen zu erklären. Die bei
Hecker (1989) durch Transkription des Plasmids pRH714 untersuchten
monomeren --Strang-RNAs unterscheiden sich von den hier
analysierten pSG111-Transkripten bezüglich der Startstelle
deutlich. Die pRH714-Transkripte beginnen mit dem Nukleotid
C281, die pSG111-Transkripte mit dem Nukleotid U111.
Relativ gesehen liegen beide Startstellen allerdings 14nt
(IVTpSG111) bzw. 11nt (IVTpRH714) vor der zentralen konservierten
Region und haben von daher eine gewisse Ähnlichkeit. Das
Übergangsprofil wird auch von der theoretischen
Sekundärstrukturvorhersage bestätigt (vgl. Abschnitt 4.4.1).
- ,,O``:
- Bei der diese Bande verursachenden Struktur scheint es sich um
eine metastabile Konformation zu handeln, deren Konzentration mit
steigender Inkubationszeit nicht oder nur geringfügig abnimmt. Sie
wird recht stark verzögert und zeigt in allen Fällen einen
irreversiblen Übergang in das Hochtemperatursignal bei ungefähr
40
oC. Es kann nicht eindeutig aufgelöst werden, ob sich diese
Bande bei 30
oC noch in zwei weitere Banden auftrennt.
- ,,P/Q``:
- Diese beiden Banden liegen unterhalb von 25
oC auf
gleicher Höhe und spalten sich erst dann in getrennte Banden auf.
Während sich ,,P`` bei einer Temperatur oberhalb des ersten
Hauptübergangs des Stäbchens mit ,,S`` vereinigt, wird ,,Q`` noch
stärker verzögert und geht bei 40
oC irreversibel in das Signal der
denaturierten Einzelstränge über. ,,P`` liegt vermutlich eine
Gleichgewichtsstruktur zugrunde, deren Anteil an den
Gesamtstrukturen mit der Verringerung der Transkriptionsdauer
abnimmt. Im Gegensatz dazu tritt die Bande ,,Q`` mit abnehmender
Inkubationszeit etwas stärker in den Vordergrund.
Die unterhalb der länglichen Auftragstaschen nach 2min und 30s zu
erkennende Aktivität ist auf Polymerase-RNA-Transkriptionskomplexe
zurückzuführen, die nicht voneinander dissoziiert sind. Die mit steigender
Temperatur einhergehende Viskositätsabnahme im Gel bewirkt die
Verbreiterung dieses Signals durch das weitere Einlaufen der Komplexe bei
höheren Temperaturen.
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S. Gräf