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Viroid-Replikation
Die Replikation der Viroide erfolgt im Zellkern nach dem Modell des
,,rolling-circle``-Mechanismus (zur Übersicht: Branch et al., 1988; Branch & Robertson, 1984; Diener, 1987).
Das Prinzip ist schematisch in Abbildung 1.4 dargestellt.
Abbildung:
Schematische Darstellung des
,,rolling-circle``-Mechanismus. Ausgehend von der nativen,
überwiegend basengepaarten Stäbchenkonformation (oben) erfolgt die
Transkription durch die wirtseigene PolymeraseII in --strängige
Oligomere (rechts), die wiederum als Matrize zur Synthese oligomerer +-Strang
RNA (unten) genutzt werden. Die +-strängigen Oligomere lagern sich
zu einer dem nativen Zirkel ähnlichen Struktur um. Es folgt der
Schnitt zwischen den Nukleotiden G95 und G96 (kleines Dreieck)
und die Ligation zum nativen, zirkulär geschlossenen Viroidmolekül. Die
Startstellen zur Initiation der Transkription sind mit A111 bzw.
A325 markiert. Mit ,,HPII `` soll das intermediär relevante
Haarnadelstrukturmotiv II und mit ,,TL`` die stabilen Tetraloops der
metastabilen Prozessierungsstruktur angedeutet werden.
(nach Repsilber et al. (1999); verändert)
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Die Initiation der Transkription konnte an den Positionen A111 bzw.
A325 lokalisiert werden (Fels, 1997). Das zirkuläre Viroid
(definitionsgemäß der +-Strang) wird in oligomere --Strang RNA
transkribiert, die die siebenfache Einheitslänge besitzen kann
(Branch et al., 1981). Der entstandene --Strang wiederum dient als
Matrize für die Synthese eines oligomeren +-Stranges. Beide
Transkriptionsschritte werden von der wirtseigenen DNA-abhängigen
RNA-PolymeraseII katalysiert (Schindler & Mühlbach, 1992; Mühlbach & Sänger, 1979). Der oligomere
+-Strang wird dann zur Vollänge von 359nt prozessiert und zum nativen
zirkulären Viroid ligiert (Baumstark et al., 1997). Auch an diesen beiden
Schritten sind wirtseigene Enzyme, deren Identität allerdings noch nicht
geklärt ist, beteiligt. Untersuchungen zu den strukturellen Grundlagen der
Viroidreplikation zeigten, daß intermediär gebildete, suboptimale
Konformationen sowohl für die Transkription durch die PolymeraseII
(Loss et al., 1991; Qu et al., 1993) als auch für die
Prozessierung (Baumstark & Riesner, 1995) von grundlegender, funktioneller Bedeutung
für die Wechselwirkung mit den wirtseigenen Enzymen sind.
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S. Gräf