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Konstruktion der Plasmide pSG111 und pSG325
Als Vorlage für die Amplifikation der cDNA-Fragmente wurde das Plasmid
pST-B14 (Owens et al., 1986) verwendet. Dieser Vektor enthält die
--Strang-Sequenz des PSTVd-Stamms ,,intermediateDi`` als
Dimer (2x (88-359/1-87)) und konnte deswegen direkt für die
Amplifikation der cDNA-Fragmente mit den für die Herstellung der
cRNA-Transkripte relevanten 5'-Nukleotiden T111 bzw. T325
verwendet werden. Mit der Amplifikation der Viroidsequenzen mittels PCR
sollten gleichzeitig sowohl der
10-Phagen-Promotor für die T7-RNA-Polymerase als
auch Restriktionsschnittstellen für die Linearisierung der zu
konstruierenden Transkriptionsvektoren exakt hinter der inserierten
Viroidsequenz und für die gerichtete Klonierung in den Vektor pRH701
entstehen. Diese Anforderungen konnten mit entsprechend konstruierten
PCR-Primern realisiert werden (vgl. Abb. 4.1).
Abbildung 4.1:
Schematische Darstellung der zur
Amplifikation der Viroid-cDNA verwendeten PCR-Primerpaare. Gezeigt sind
die Restriktionsschnittstellen für die Ligation mit dem Vektor pRH701
(BglII und EcoRI) sowie die Linearisierungsschnittstellen jeweils hinter
der cDNA-Sequenz (ScaI bzw. SacII) und der Promotor für die T7-RNA-Polymerase . Die an
den 3'-Enden angegebenen Nukleotidpositionen beziehen sich auf die
Numerierung von PSTVd nach Gross et al. (1978). A. Primerpaar 111/112 zur
Herstellung des cDNA-Fragments T7SG111. B. Primerpaar 325/326 zur
Herstellung des cDNA-Fragments T7SG325.
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Anfänglich wurde versucht die cDNA-Fragmente über beidseitig glatte Enden
ungerichtet in den noch den
10-Phagen-Promotor enthaltenden Vektor
pRH701 einzuklonieren. Die Konstruktion der Transkriptionsvektoren konnte
jedoch nach diesem Prinzip nicht realisiert werden. Daher konzentriert sich
die weitere Betrachtung auf die schon oben angedeutete gerichtete Klonierung.
Ausschlaggebend bei der Wahl der Primer war, daß jeweils die 3'-Enden stabil
an die Template-DNA hybridisieren müssen, um eine optimale Synthese durch
die Taq-Polymerase zu gewährleisten. Die TM-Werte der Primer eines
Paares sollten nur um wenige Grad Celsius voneinander abweichen, damit eine
Hybridisierungstemperatur optimal für beide Primer ist. Zudem sollte eine
Dimerenbildung der Primer untereinander nach Möglichkeit verhindert werden,
um eine effektiv hohe Konzentration der Monomere zu gewährleisten. Alle
diese Parameter konnten mit den entsprechenden Programmen (siehe 3.10)
überprüft und damit eine Optimierung der Primer durchgeführt
werden. Die mit dem Poland-Programm berechneten TM-Werte sind in
Tabelle 2.1 aufgelistet. Die experimentell verwendeten
Hybridisierungstemperaturen (vgl. Tabelle 3.1) sind allerdings um
etwa 5
oC geringer als die berechneten, da nur dann die Amplifikation mit
optimaler Sensitivität und Ausbeute durchgeführt werden konnte.
Die so amplifizierten cDNA-Fragmente T7SG111 und T7SG325 wurden dann für
die Ligation mit dem Vektor pRH701 durch Restriktionsverdau mit BglII und
EcoRI vorbereitet und geleluiert (siehe 3.3.2 und 3.7.4).
Nach der Ligation mit dem ebenfalls mit BglII und EcoRI gedauten und
dephosphorylierten Vektor pRH701, der somit den
10-Phagen-Promotor
nicht mehr enthielt, wurde der gesamte Ansatz zur Transformation von E.coli
eingesetzt. Dabei wurden Transformationsraten in der Größenordnung von 5
x104 Transformanden pro
g DNA erzielt. Im Vergleich dazu
ergaben sich bei den Testtransformationen mit dem ,,supercoiled`` Plasmid
pBR322 Raten um 1 x107 Transformanden pro
g DNA. Aus einzelnen
Kolonien wurden dann im kleinen Maßstab die Plasmide präpariert
(siehe 3.7.1). Plasmide mit inserierter cDNA richtiger Länge wurde
dann zur Sequenzierung ins BMFZ gegeben. Die Sequenzierergebnisse sind in
Abbildung 4.2 dargestellt. Eine schematische Darstellung
der Restriktionskarte der konstruierten Vektoren zeigt
Abbildung 4.3.
Abbildung 4.2:
Sequenzierdaten der Plasmide
pSG111 und pSG325. Es wurden von jedem Plasmid jeweils beide Stränge
mit den Primern T7-33 und Sma-47 (siehe Tabelle 2.1)
sequenziert. Die Viroidsequenz ist fett gedruckt. Nicht automatisch als
eindeutig detektierte Didesoxynukleotide (mit ,,N`` markiert) konnten
anhand des Fluoreszenzscans überprüft und korrigiert werden. A. Viroid
cDNA-Sequenz des Plasmids pSG111. B. Viroid cDNA-Sequenz des Plasmids
pSG325.
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Die Sequenzierung erfolgte nach der Methode von
Sanger et al. (1977) mit fluoreszenzmarkierten Didesoxynukleotiden. Es
wurden jeweils beide DNA-Stränge mit spezifischen Primern (siehe
Tabelle 2.1) sequenziert, die mir freundlicherweise von Bernd Esters
zur Verfügung gestellt wurden. Der Primer T7-33 hybridisiert 33 nt vor dem
T7-Promotor, der Primer Sma-47 bindet 47 nt vor der SmaI-Schnittstelle auf
dem Plasmid pRH701.
Im Anschluß an die Sequenzierung wurden die Plasmide aus den ausgesuchten
Baterienkolonien im großen Maßstab präpariert (siehe 3.7.2). Daraus
erhalten wurden 450
g pSG111 (0,9
g/
l) und 550
g
pSG325 (0,9
g/
l). Diese Stammlösungen wurden für die weiteren
Experimente verwendet.
Abbildung 4.3:
Schematische Darstellung der
Restriktionskarte der konstruierten Plasmide pSG111 und
pSG325. Abgebildet sind nur die Restriktionsschnittstellen auf
den Plasmiden, über die die Ligation der amplifizierten Viroid-cDNA mit
dem Vektor pRH701 erfolgte (BglII und EcoRI), und die für die
Linearisierung der Plasmide hinter der inserierten cDNA notwendigen
Schnittstellen ScaI bzw. SacII.
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Abbildung:
0,8 % Agarose Gel
zur qualitativen Restriktionsanalyse der präparierten Plasmide pSG111 und
pSG325. 1: pSG111, unrestringiert; 2: pSG111 mit ScaI restringiert; 3:
pSG111 mit EcoRI restringiert; M:
-DNA mit HindIII restringiert
(Längenstandard); 4: pSG325, unrestringiert; 5: pSG325 mit SacII
restringiert; 6: pSG325 mit EcoRI restringiert. Die Fragmentlängen des
Markers sind rechts neben der Abbildung in bp angegeben.
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Die in Abbildung 4.3 schematisch dargestellten Restriktionskarten
werden durch die in Abbildung 4.4 gezeigte Restriktionsanalyse der
präparierten Plasmide bestätigt.
In den Spuren 1 und 4 sind jeweils die
unrestringierten Plasmide zu sehen. Aufgrund der Superspiralisierung von
zirkulär geschlossenen DNA-Molekülen sind zwei deutliche Banden zu
erkennen. Die Plasmide liegen überwiegend in der superhelikalen Konformation
vor. Daraus durch Einzelstrangbrüche entstandene, entspannte Zirkel
werden stärker im Gel verzögert. Zudem ist in den Proben noch ein geringer
Anteil an chromosomaler DNA enthalten, der direkt unterhalb der
Auftragstaschen zu sehen ist. Die mit EcoRI linearisierten Plasmide (Spuren
3 und 6) laufen im Gel entsprechend ihrem Molekulargewicht. In den Spuren 2
und 5 wurden die Plasmide an den direkt hinter der inserierten Viroid-cDNA
eingebauten Schnittstellen restringiert (ScaI bzw. SacII). Auf dem Plasmid
pSG111 ist bei der Konstruktion eine weitere Schnittstelle für das
Restriktionsenzym ScaI übersehen worden, was allerdings auf die
Viroid-cDNA-Sequenz keinen Einfluß hat, da besagte Schnittstelle 523bp
hinter dem Insert liegt. Das herausgeschnittene Fragment läuft in der Spur
2 am weitesten. Die durchgeführte Restriktion mit ScaI konnte nicht
vollständig erfolgen, da es sich dabei um eine methylierungssensitive
Schnittstelle handelt und der hier verwendete E.coli-Stamm DH5
in
der Lage ist, die Adenine in der N-6 Position zu methylieren. Die singuläre
Schnittstelle für SacII auf dem Plasmid pSG325 bewirkt nach der Restriktion
denselben Effekt wie bei Linearisierung mit dem Enzym EcoRI (vgl. Spuren 5
und 6). Entsprechend dieser qualitativen Restriktionsanalyse ist es
notwendig, vor der weiteren Verwendung der linearisierten Plasmide eine
Gelelution durchzuführen (siehe 3.7.3), um unrestringiertes
Plasmid abzutrennen und somit bei der anschließenden Transkription
Überlängentranskripte zu vermeiden.
Abbildung 4.5 zeigt eine denaturierende 5 % PAGE
zur Überprüfung der mit den konstruierten Transkriptionsvektoren
präparativ hergestellten --Strang-Transkripte.
Die Ansätze wurden im
Anschluß an die Transkription mit DNase behandelt (siehe
Abschnitt 3.3.4). Die Transkription von pSG111 ergibt für das erwartete
Vollängentranskript ein deutliches Signal. Der Anteil an zu langen
Transkripten ist vernachlässigbar gering. Im Gegensatz dazu erhält man bei
der Transkription des pSG325 neben dem erwarteten
,,run-off``-Vollängentranskript eine große Anzahl an Überlängentranskripten.
Abbildung:
Analyse der --Strang-Transkripte mittels
denaturierender 5 % PAGE. Die Proben wurden jeweils in
einer
-Verdünnungreihe aufgetragen. Spuren 1-3:
HinfI restringiertes pBR322 als Längenstandard. Die Fragmentlängen sind
neben dem Gel in Bp angegeben. Spur 1 enthält ca. 125ng restringiertes
pBR322. Spuren 4-8: Transkripte des pSG111. Spuren 9-13: Transkripte des
pSG325. In den Spuren 4 und 9 wurde jeweils 1
l des präparativen
Transkriptionsansatzes nach Behandlung mit DNase aufgetragen.
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Der Grund für Entstehung dieser ungewöhnlichen Transkripte und die daraus
resultierenden Probleme bei der Analyse der Strukturverteilung mit der TGGE
werden in Abschnitt 4.2.2 ausführlich behandelt.
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S. Gräf